Kann sich der ETF DivDAX für Sie bezahlt machen?

Der DivDAX ist ein Dividendenindex, anders als ein Aktienindex

Neben Aktienindizes existieren auch Dividendenindizes, die bei Anlegern zwar eher unbekannt sind, sich jedoch trotzdem nicht hinter den großen Aktienindizes verstecken müssen. Einer dieser Dividendenindizes ist der DivDAX, der die 15 Unternehmen des DAX mit den höchsten Dividendenrenditen abbildet. Wir haben den ETF DivDAX unter die Lupe genommen und verraten Ihnen, wie Sie als Anleger vom DivDAX profitieren können.

Fakten zum ETF DivDAX im Überblick

  • Zum DivDAX gehören die 15 Unternehmen des DAX mit den höchsten Dividendenrenditen
  • Als Startzeitpunkt wurde der 21. September 2003 festgelegt
  • Kunden müssen beim Handel des ETF DivDAX zwischen Performance- und Kursindizes unterscheiden
  • Der DivDAX ist für das ETF Investment nur bedingt geeignet

Wertvolle Informationen zum ETF DivDAX im Detail

Wie gut informierte Anleger bereits wissen, machen Dividenden einen großen Teil des Aktiengewinns aus, weshalb auch sehr viele Aktionäre den Wunsch haben, passiv vom dividendenstärksten Titel eines Indizes zu profitieren. Diesen Wunsch können sie sich mit Dividendenindizes erfüllen: Dividendenindizes basieren im Allgemeinen auf verschiedenen bekannten Aktienindizes wie dem DAX, EuroStoxx 600 oder den Indizes der MSCI-Familie.

Aus diesen Aktienindizes werden dabei diejenigen Mitglieder ausgewählt, die eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite mitbringen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Indizes jedoch in Bezug auf die Auswahlstrategie und die Gewichtung, weshalb potenzielle Anleger unbedingt in Erfahrung bringen sollten, welcher Dividendenindex sich für Ihre Anlagestrategie eignet und welcher nicht.

Beim DivDAX handelt es sich dabei um einen Dividendenindex, der die Kurse der 15 dividendenstärksten Unternehmen des DAX wiedergibt. Als Startzeitpunkt wurde dabei der 21. September 2003 festgelegt, weshalb der DivDAX auch immer jährlich im September neu zusammengesetzt wird – ebenso wie auch der „große“ DAX. Dabei soll ein Unternehmen nicht mehr als 10 Prozent Indexgewicht haben. Der historische Hintergrund für die Entwicklung des DivDAX ist dabei in der Anlagestrategie „Dogs of the Dow“ zu finden: Diese Strategie sieht vor, dass der Anleger sich bei der Aktienauswahl nach der Höhe der Dividendenrendite richtet.

Da die Dividenden einen großen Anteil des Aktiengewinns ausmachen, wurden schnell Dividendenindizes entwickelt. Diese basieren in der Regel auf bekannten Aktienindizes, setzen sich dabei jedoch aus den Mitgliedern zusammen, welche die höchste Dividendenrendite verzeichnen können. Auch der DivDAX gehört zu diesen Dividendenindizes, indem er die Kurse der 15 dividendenstärksten Unternehmen des DAX wiedergibt. Dabei wird der DivDAX jährlich im September seit seinem Startzeitpunkt am 21.9.2003 immer wieder neu zusammengesetzt.

ETF DivDAX

Beim DivDAX spielt auch die Dividende eine Rolle / © Markgraf-Ave

Der ETF DivDAX: Risiken und Chancen für Anleger

Obwohl sich der ETF DivDAX im Vergleich zum „regulären“ DivDAX besser schlägt, bringt dieser Dividendenindex im Allgemeinen eher große Nachteile mit sich. Dazu gehört in erster Linie, dass es sich beim DivDAX mit nur 15 Mitgliedern nicht um ein breit aufgestelltes Investment handelt, wodurch der Anleger unter Umständen benachteiligt wird. Darüber hinaus ist auch die Gefahr groß, dass häufig Aktiengesellschaften dem DivDAX angehören, deren Kurs sehr niedrig ist, da einzig die Dividendenrendite über die Mitgliedschaft im DivDAX entscheidet.

Hier ist die Gefahr groß, das stetig weiter fallende Kurse schnell die Dividendenrendite auffressen, da das einzelne Unternehmen Verluste verursacht. Zu guter Letzt ist der wohl größte Nachteil des DivDAX, dass die Auswahl auf Basis von bereits gutgeschriebenen Dividenden erfolgt – wird ein Unternehmen in Zukunft also weniger Dividenden zahlen, wird es trotzdem zum DivDAX hinzugefügt, da seine Dividendenrendite in der Vergangenheit hoch ausgefallen ist.

Obwohl der DivDAX sich durch hohe Dividendenzahlungen hält, bringt er zahlreiche Nachteile mit. Dabei stellt er mit nur 15 Mitgliedern kein sehr breit aufgestelltes Investment darf und auch die niedrigen Kurse einiger dieser Mitglieder können für Verluste sorgen. Im Allgemeinen erfolgt die Auswahl dabei ausschließlich auf Basis der Dividendengutschriften – allerdings auf den Gutschriften der Vergangenheit. Gibt ein Unternehmen an, künftig seine Dividenden zu kürzen, wird es ungeachtet dieser Tatsache trotzdem dem DivDAX hinzugefügt.

Beim DivDAX handelt es sich um ein riskantes Produkt

Der DivDAX ist mit einem hohen Risiko verbunden / © PublicDomainPictures

Wo können Sie den ETF DivDAX handeln?

Wurde trotz aller Nachteile Ihr Interesse am DivDAX geweckt, dann sollten Sie das Produkt in Ihr Portfolio aufnehmen. Hierfür müssen Sie sich zunächst danach erkundigen, welcher Anbieter den DivDAX überhaupt Privatanlegern zum Handel bereitstellt – dies muss nämlich nicht bei jedem Unternehmen der Fall sein. Nutzen Sie deshalb zunächst unseren ETF Broker Vergleich oder auch unseren Sparplan Vergleich, wenn Sie sich bislang noch für keinen Anbieter entscheiden konnten. Hier können Sie sich in Ruhe mit den Konditionen und den Services der einzelnen Unternehmen vertraut machen und ihre eigenen Favoriten definieren.

Sind Ihre Favoriten festgelegt, können Sie sich mit deren Angebot vertraut machen und dabei feststellen, ob der ETF DivDAX angeboten wird – doch Vorsicht: DivDAX ist nicht gleich DivDAX! Anleger sollten deshalb einen genauen Blick auf ihren ETF werfen und ermitteln, ob es sich dabei um einen Performance- oder einen Kursindex handelt. Die bessere Wahl stellt dabei der Performanceindex dar: Hier werden die Dividenden im Gegensatz zum Kursindex bereits eingerechnet. Allerdings ist der DivDAX tatsächlich in beiden Varianten verfügbar: Während es sich beim Comstage ETF DivDAX um einen Performanceindex handelt, stellt der iShares DivDAX einen Kursindex dar. Auf den ersten Blick sieht man dies dem ETF allerdings überhaupt nicht an.

Darüber hinaus sollten Kunden zudem auch festlegen, was mit den jährlichen Ausschüttungen passiert: Dabei steht die thesaurierende und die ausschüttende Variante zur Auswahl. Beim thesaurierenden Fonds werden die Ausschüttungen wiederangelegt, wodurch der Kunde vom Zinseszinseffekt profitieren kann. Nähre Informationen dazu finden Sie bei Interesse auch in unserem Education-Bereich, wo Sie sich ausreichend zum ETF Handel weiterbilden können.

Zunächst müssen Neukunden Anbieter vergleichen

Vor dem Handel steht die Suche nach dem richtigen Anbieter / © HebiFot

Um Ihr Kapital in den DivDAX investieren zu können, sollten Sie zunächst einmal ermitteln, ob das Produkt bei Ihrem favorisierten Broker überhaupt angeboten wird. In unseren Vergleich erwarten Sie dabei die beliebtesten Anbieter, zwischen denen Sie wählen können. Wird der DivDAX bei Ihrem Favoriten angeboten, ist trotzdem nach wie vor Vorsicht geboten: Bringen Sie unbedingt in Erfahrung, ob es sich beim angebotenen Produkt um einen Performance- oder einen Kursindex handelt. Beim Performanceindex werden die Dividenden direkt eingerechnet – handelt es sich darüber hinaus sogar noch um einen thesaurierenden Dividendenindex, werden die Ausschüttungen direkt wieder angelegt, wodurch der Kunde vom Zinseszinseffekt profitieren kann.

Fazit: Beim ETF DivDAX ist Vorsicht geboten

Beim ETF DivDAX handelt es sich grundsätzlich um einen recht rentablen Dividendenindex, der es dem Anleger ermöglicht, von der Entwicklung der 15 dividendenstärksten Anbieter des DAX zu profitieren. Dabei existieren jedoch einige wichtige Nachteile: Während das Produkt mit 15 Mitgliedern kein allzu breit aufgestelltes Anlagemittel darstellt, werden darin auch nur die vergangenen Dividendenzahlungen beachtet. Darüber hinaus müssen Anleger, die ihr Kapital tatsächlich in den DivDAX investieren möchten, zwischen Performance- und Kursindex sowie zwischen thesaurierendem und ausschüttendem Index differenzieren können.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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