Welche Vor- und Nachteile bringen gehebelte ETFs mit?

Gehebelte ETFs können die Gewinne vergrößern, Verluste sind möglich!

Das Prinzip der Hebelwirkung ist im Börsenalltag auch für Privatanleger mittlerweile nur noch ein alter Hut: Spätestens seit der Einführung von CFDs sind erfahrene Trader mit der Hebelwirkung beim Handel von Wertpapieren gut vertraut, da sie lernen konnten, mit den Vor- und Nachteilen dieser Möglichkeiten umzugehen. Tatsächlich bringen gehebelte Finanzprodukte zahlreiche Vorteile mit, von denen der Trader profitieren kann – allerdings fallen dabei auch die Nachteile mindestens ebenso umfangreich und für unerfahrene Trader sehr riskant aus. Wir haben in unserem Ratgeber ganz spezifisch gehebelte ETFs unter die Lupe genommen, um Sie an den Vor- und Nachteilen dieser Produkte teilhaben zu lassen.

  • Mit gehebelten Finanzprodukten handeln Sie ein Vielfaches des investierten Kapitals
  • Gewinne fallen dementsprechend höher aus, ohne dass Sie selbst mehr Geld investieren
  • Dasselbe gilt jedoch auch für die Verluste, die beim Handel entstehen können.
  • ETFs sind bislang nur mit zweifachem oder maximal mit dreifachem Hebel verfügbar
Inhaltsverzeichnis

    1. Warum sollten Sie überhaupt ETFs handeln?

    Gehebelte ETFs zeichnen sich bereits durch ein hohes Risiko aus – warum sollten Sie also überhaupt mit dem Handel von ETFs beginnen? ETFs bringen im Allgemeinen zahlreiche Vorteile mit, von denen Trader profitieren können – auch unabhängig vom gehebelten Handel. Dazu gehört in erster Linie das attraktive Gebührenmodell, von dem in erster Linie langfristig orientierte Anleger profitieren können: Da die Indexfonds im Gegensatz zu Investmentfonds passiv verwaltet werden, muss der Kunde keinerlei Verwaltungsgebühren an den Broker entrichten. Gerade der synthetische ETF-Handel geht darüber hinaus mit geringen Kosten vonstatten, da der Trader hierbei die zugrunde liegenden Wertpapiere nicht tatsächlich kaufen muss, sondern stattdessen nur auf den Kursverlauf spekuliert.

    Vorteile von ETFs im Überblick:

    • Niedrige Kosten bei aktiver Verwaltung
    • Hohe Risikostreuung bei großen ETFs
    • Stellung als Sondervermögen für hohe Sicherheit
    • Gute Transparenz und Nachvollziehbarkeit

    Da der Trader beim ETF-Handel sein Geld im Grunde in zahlreiche verschiedene Wertpapiere investiert, zeichnet sich das Trading nicht zuletzt auch durch eine hohe Risikostreuung aus: Teilweise bestehen ETFs aus über 1.000 verschiedenen Wertpapieren, in die der Trader investiert – verzeichnet ein Unternehmen fallende Kurse, werden eventuelle Verluste durch andere Wertpapiere wieder aufgefangen. Schließlich werden ETFs als Sondervermögen der Broker behandelt, weshalb sie im Falle einer Insolvenz der Unternehmen nicht von Gläubigern zur Tilgung der Schulden genutzt werden dürfen. Stattdessen werden sie einfach wieder an den Kunden herausgegeben, der sie daraufhin in einem anderen Depot verwalten kann.

    Um ETFs handeln zu können, benötigt der Trader in erster Linie ein Depot bei einem kundenfreundlichen Anbieter. Welcher Broker der Beste ist, erfährt der Trader schnell, indem er einen umfangreichen Anbietervergleich durchführt. Schließlich kann er dort ein Depot eröffnen und nach der erfolgreichen Legitimation per PostIdent-Verfahren oder per Video Chat sein Depot kapitalisieren und es mit ETFs versehen. Ob er sich dabei für gehebelte ETFs oder für „normale“ Indexfonds entscheidet, bleibt letztendlich ihm selbst überlassen.

    ETFs zeichnen sich durch zahlreiche Vorteile aus, von denen der Trader profitieren kann. Dazu gehört in erster Linie das attraktive Gebührenmodell ohne Verwaltungskosten, ebenso wie die Stellung als Sondervermögen der Broker und die hohe Risikostreuung, die mit der Investition in teilweise über 1.000 verschiedene Wertpapiere einhergeht. Nach dem umfangreichen Anbietervergleich gestaltet sich schließlich auch die Eröffnung eines Depots nach der Legitimation als besonders einfach.

    gehebelte ETFs

    ETFs zeichnen sich durch eine gute Risikostreuung aus

    2. Wie funktionieren gehebelte ETFs eigentlich?

    Bevor man nun das Für und Wider von gehebelten ETFs diskutiert, sollte man vermutlich zunächst einmal in Erfahrung bringen, worum es sich dabei eigentlich handelt und wie man den Handel von gehebelten ETFs am besten angeht, um die Risiken dieser Handelsform möglichst stark zu minimieren.

    Bei ETFs mit Hebelwirkung und den sogenannten Inverse ETFs handelt es sich um eines der am schnellsten wachsenden Segmente es ETF-Marktes. Diese ETFs gehen mit einer starken Hebelwirkung einher, mit der zusätzliches Engagement am Markt erzielt werden soll. Dabei eignen sie sich nicht zur langfristigen Anlage, da hohe Risiken drohen, wenn diese ETFs länger als während der angegebenen Aufzinsungsphase gehalten werden. Bei aktienorientierten ETFs beläuft sich diese Aufzinsungsphase meist auf einen Tag, bei ETFs kann sie sich auch auf einen Monat belaufen. Mathematisch gesehen sinkt darüber hinaus sogar die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Rendite, wenn der ETF länger gehalten wird. Dabei unterliegt nicht nur der Umfang der Rendite starken Schwankungen, sondern darüber hinaus ist es möglich, dass der Anleger noch nicht einmal eine Rendite erzielt, die den Veränderungen im Index entspricht. Möchten Sie den Hebeleffekt trotzdem für einen Zeitraum von mehr als einem Tag nutzen, dann sollten Sie bei nahezu allen realistischen Szenarien besser einen Margin-Account nutzen.

    Pro und Contra:

    • Hohe Renditechancen und Gewinne bei steigenden Aktien sind möglich.
    • Langfristig sind höhere Renditen als bei anderen Anlageformen zu bekommen.
    • Jährliche Dividendenzahlungen sind ein Vorteil für Anleger.
    • Es gibt eine große Auswahl an den internationalen Märkten.

    • Verluste können bei fallenden Aktien hoch sein.
    • Es gibt keine feste Rendite wie bei Anleihen.
    • Man muss eine Abgeltungssteuer zahlen.

    Die Erfahrung hat gezeigt, dass ETFs mit Hebelwirkung sich ausschließlich für kurzfristige Spekulationen eignen. Dabei machen sie als Absicherungs- oder Spekulationsinstrumente für gewöhnlich eine bessere Figur – allerdings auch nur in den Händen erfahrener Trader. Als institutioneller Anleger, der sein Öl-Engagement abzusichern versucht, könnte man im Grunde ein Drittel des verfügbaren Kapitals dazu nutzen. Auch in Bezug auf das Risikomanagement könne gehebelte ETFs nützlich sein, da der Anleger mit diesen Produkten nicht mehr als seine ursprüngliche Anlege verlieren kann, während eine traditionelle Short-Position in der Regel mit unbegrenzten Verlusten verbunden sein kann. Alles in allem gehören gehebelte ETFs trotzdem ausschließlich in die Hände erfahrener Trader, die damit umzugehen wissen und die auch vor den Risiken dieser Anlageform nicht zurückschrecken.

    Einer der wenigen gehebelten ETFs

    ETFs wie LYXOR UCITS LEVDAX können mit Hebel gehandelt werden (Quelle: comdirect.de)

    ETFs mit Hebelwirkung bilden eines der am schnellsten wachsenden Segmente des ETF-Marktes, indem sie mit einer starken Hebelwirkung einhergehen, die ein zusätzliches Engagement am Markt versprechen sollen. Zur langfristigen Anlage eignen sich gehebelte ETFs allerdings nicht, da die Produkte außerhalb der angegebenen Aufzinsungsphase mit einem besonders hohen Risiko und darüber hinaus mit einer verringerten Rendite einhergehen. Aufgrund ihrer Komplexität sollten die gehebelten ETFs darüber hinaus ohnehin ausschließlich von erfahrenen Tradern gehandelt werden.

    3. Vorteile und Nachteile von ETFs mit Hebel

    Steigt der DAX innerhalb eines Börsentages um zwei Prozent, erzielen Sie mit einem zweifachen Hebel an diesem Tag eine Wertsteigerung um ganze vier Prozent – allerdings schlägt diese Hebelwirkung selbstverständlich auch schnell ins Gegenteil um: Verliert der zugrundeliegende Index, machen Sie mit einem gehebelten ETF auch die doppelten Verluste. Möchte man trotzdem von den Vorteilen der Hebelwirkung profitieren, sollte man eine sehr risikobereite Anlagestrategie verfolgen und kurzfristiges spekulatives Interesse mitbringen – für die Altersvorsorge eignen sich diese ETFs nämlich auf keinen Fall.

    ETFs werden bislang in erster Linie mit zweifachem Hebel angeboten, während beispielsweise Optionsscheine, Optionen und Knock-out-Zertifikate mit einer wesentlich stärkeren Hebelwirkung einhergehen, die teilweise sogar den tausendfachen oder zumindest einen hundertfachen Faktor erreichen kann.

    Vorteile und Nachteile im Überblick

    + Anleger erzielen höhere Gewinne

    – Verluste fallen ebenfalls höher aus

    – Die Hebelwirkung entfaltet sich auf Tagesbasis

    Der wohl größte Nachteil von gehebelten ETFs ist die Tatsache, dass sie ihre Hebelwirkung auf Tagesbasis entfalten. Demnach kann die langfristige theoretisch berechnete Wertentwicklung der Vergangenheit erheblich von der eigentlichen Performance der gehebelten ETFs abweichen. Investieren Sie deshalb nur kurzfristig in Hebel-ETFs und verzichten Sie als Einsteiger am besten komplett auf diese riskante und unvorhersehbare Form der Kapitalanlage – oder ziehen sie zumindest andere Finanzprodukte mit ein, die durch eine maßstabsgerechte Performance eventuelle Verluste zumindest teilweise ausgleichen können.

    Der wohl größte Vorteil von Hebel-ETFs ist wohl die Tatsache, dass mit den gehebelten Produkten eine weitaus höhere Rendite erzielt werden kann, ohne dabei tatsächlich mehr Geld investieren zu müssen. Allerdings gilt dasselbe letztendlich auch für Verluste und gerade bei langfristigen Investments in sinkende Hebel-ETFs können die Verluste schnell ansteigen, da die Hebelwirkung auf Tagesbasis berechnet wird und sie demnach von einer langfristigen theoretisch berechneten Wertentwicklung abweicht.

    Fallende Kurse sind die größten Risiken bei Hebel-ETFs

    Bei fallenden Kurse verzeichnen Trader mit gehebelten ETFs höhere Verluste

    4. Fazit: Genießen Sie gehebelte ETFs mit Vorsicht

    Haben Sie sich bereits ihr Portfolio eröffnet und eine funktionierende Strategie aufgebaut, dann sollten Sie gehebelte ETFs mit einem ganz besonders hohen Maß an Vorsicht genießen: Die Hebel-ETFs ermöglichen es dem Anleger zwar, weitaus höhere Gewinne zu erzielen – allerdings können selbstverständlich auch die Verluste um ein Vielfaches höher ausfallen. Da die Wertentwicklung darüber hinaus auf Tagesbasis berechnet wird, sollte man von einer langfristigen Investition in gehebelte ETFs absehen – letztendlich werden die Verluste nämlich mögliche Gewinne überwiegen.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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