ETFs Basics: Gewinne behalten oder investieren?

Ausschüttende vs. thesaurierende Fonds: Was ist auf lange Sicht besser?

Thesaurierende Fonds haben die Eigenschaft, Erträge sofort wieder anzulegen. Ausschüttende Fonds zahlen die Dividenden oder Zinsen aus, sodass man über die Erträge verfügen kann. Beide Formen haben Vor- und Nachteile. Welche Art des Fonds man bevorzugt, hängt vor allem mit dem Investitionsziel zusammen: Möchte ein Trader nur einen kurzfristigen Gewinn erzielen, wird er sich für einen ausschüttenden Fonds entscheiden. Strebt er allerdings ein mittel- oder langfristiges Ziel an, dürfte sich ein thesaurierender Fonds eher anbieten. Hier kann man alles Wissenswerte zu beiden Formen lesen und eine Entscheidungshilfe bekommen, welchen Fonds man selbst am besten wählen sollte.

  • Thesaurierende Fonds legen Gewinne sofort wieder neu an.
  • Ausschüttende Fonds zahlen Erträge aus.
  • Auf beide Formen wird die Abgeltungssteuer erhoben.
  • Achtung! Erträge aus ausländisch thesaurierenden Fonds muss man selbst beim Finanzamt angeben.
  • Auf Aktien werden Dividenden gezahlt, auf Anleihen Zinsen.
Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist ein thesaurierender Fonds?

    Wer sich auf die Suche nach einem Anbieter begibt, der den ETF-Handel ermöglicht, findet viele Möglichkeiten. Von CapTrader über Lynx bis Wüstenrot – es gibt zahlreiche Anbieter. Alle haben eine Vielzahl verschiedener ETFs im Portfolio. Schließlich kommt es auf eine breite Mischung an, wenn man eine gute Risikostreuung erreichen möchte. Worauf man aber auch achten sollte, ist die Fondsform, die man wählt.

    Bei Fonds geht es meistens darum, in Wertpapiere zu investieren und auf diese Weise laufende Erträge zu erwirtschaften. Auf Aktien werden Dividenden, auf Anleihen Zinsen ausbezahlt. Es gibt zwei Kategorien von Fonds, die jeweils unterschiedlich mit dem Gewinn umgehen:

    • Gewinn wird direkt an den Anleger ausgezahlt (ausschüttender Fonds)
    • Gewinn wird sofort wieder angelegt (thesaurierender Fonds)

    Bei den ausschüttenden Fonds erhält man die Erträge aus den Anteilen meistens einmal im Jahr, manche Häuser schütten aber auch quartals- oder monatsweise aus. Thesaurierende Fonds funktionieren anders: Das Geld wird reinvestiert und der Wert des Fonds erhöht sich damit um diese Erträge.

    Es gibt zwei Formen von Fonds: Bei ausschüttenden Fonds wird der Gewinn als Dividende oder Zinsen direkt an den Anleger ausgezahlt, bei thesaurierenden Fonds wird der Gewinn sofort wieder angelegt, so dass sich der Wert des Fonds um diesen Betrag erhöht und die Renditechancen wachsen.

    2. Langfristig, mittelfristig oder kurzfristig?

    Welche Fondsform man wählt, ist abhängig vom Investitionsziel. Man muss sich fragen, welchem Anlagetyp man entspricht. Sucht man eine Möglichkeit, laufende Erträge zu erhalten und stetig aus einem Fonds zu profitieren, sollte man sich für einen ausschüttenden Fonds entscheiden. Es geht um langfristige, mittelfristige oder kurzfristige Anlagen, die Entscheidung, welche Form am besten geeignet ist, muss man selbst treffen. Bei einem thesaurierenden Fonds erwirtschaftet man jedoch einen höheren Gewinn und besitzt eine langfristige Geldanlage. Der ETF-Handel eignet sich dafür besonders gut. Es handelt sich um passiv gemanagte Fonds mit einer transparenten Kostenstruktur und breiten Risikostreuung. Wer die Gewinne sofort reinvestiert, erhöht zusätzlich das Fondsvolumen und damit die Renditen.

    Pro und Contra:

    • Hohe Renditechancen und Gewinne bei steigenden Aktien sind möglich.
    • Langfristig sind höhere Renditen als bei anderen Anlageformen zu bekommen.
    • Jährliche Dividendenzahlungen sind ein Vorteil für Anleger.
    • Es gibt eine große Auswahl an den internationalen Märkten.

    • Verluste können bei fallenden Aktien hoch sein.
    • Es gibt keine feste Rendite wie bei Anleihen.
    • Man muss eine Abgeltungssteuer zahlen.

    • Tipp 1: Thesaurierenden Fonds wählen, wenn man langfristige Investitionsziele verfolgt!
    • Tipp 2: Mit thesaurierenden Fonds das Volumen erhöhen und die Renditen steigern!
    • Tipp 3: Auf versteckte Gebühren achten! Erhebt das Emissionshaus für thesaurierende Fonds Extra-Kosten?

    Welchem Anlegertyp man entspricht, muss man selbst entscheiden. Allerdings bieten sich thesaurierende Fonds an, wenn man langfristige Investitionsziele verfolgt und nicht auf regelmäßige Gewinne aus ist. Mit thesaurierenden Fonds erhöht man das Fondsvolumen.

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    3. Welche Steuern muss man zahlen?

    Auf alle Erträge aus Fonds, gleich ob es sich um ausschüttende oder thesaurierende Fonds handelt, muss man Abgeltungssteuer zahlen. Dabei ist es entscheidend, wann ein Fonds Einnahmen als erwirtschaftet verbucht: Es gibt verschiedene Zeitpunkte, an denen die Steuern fällig werden. Das bedeutet:

    • Bei ausschüttenden Fonds wird das Einkommen am Auszahlungstag steuerpflichtig.
    • Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgezogen und einbehalten.
    • Bei thesaurierenden Fonds werden die Gewinne am Ende eines Jahres steuerpflichtig.
    • Der Fonds sollte die Steuer von selbst abführen.
    • Bei steuereinfachen Fonds werden die Gewinne automatisch den deutschen Behörden gemeldet.
    • Abgeltungssteuer = Steuer auf den Gewinn plus Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer

    Was ist ein Freistellungsauftrag? Man kann bei den meisten Banken wie DKB oder 1822direkt einen Freistellungsauftrag einreichen, so dass ein Sparerpauschbetrag von 801,- Euro im Jahr freigestellt wird – bei beiden Formen der Fonds. Das bedeutet, dass dieser Betrag nicht automatisch an das Finanzamt abgeführt wird.

    Achtung bei ausländisch thesaurierenden Fonds! Bei diesen Fonds muss man die Erträge selbstständig an das Finanzamt melden und sollte eine Doppelbesteuerung vermeiden. Mehr dazu hier lesen!

    Die Abgeltungssteuer fällt sowohl bei thesaurierenden als auch bei ausschüttenden Fonds an, wenn ein Gewinn erwirtschaftet wird. Man sollte einen Freistellungsauftrag stellen, um den Sparerpauschbetrag von 801,- Euro zu schützen.

    4. Fazit: Ob thesaurierend oder ausschüttend bleibt eine individuelle Entscheidung!

    Es gibt natürlich keine pauschale Antwort auf die Frage, welche Fondsform geeigneter ist, denn beide Kategorien bringen Vor- und Nachteile mit sich. Man sollte sich die Frage nach den eigenen Investitionszielen stellen. Wer lieber regelmäßige Gewinne erhalten möchte, wird sich für einen ausschüttenden Fonds, wer langfristig die Rendite erhöhen will, einen thesaurierenden Fonds wählen. Auf beide Fondsarten wird natürlich die Abgeltungssteuer erhoben, die man im Blick behalten sollte.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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