ETF-Strategien: Aktives Cash- / Zinsmanagement mit Anleihe ETFs

Anleihe-ETFs wegen der Rendite eine Alternative zu Aktien-ETFs

Anleihe-ETFs sind eine Alternative zu Aktien-ETFs. Während Aktien-ETFs die Entwicklung eines nationalen, internationalen oder eines Branchenindex nachbilden sollen, wollen Anleihe-ETFs der Entwicklung von Staats- und Unternehmensanleihen folgen. Dabei kann im nationalen und im internationalen Umfeld investiert werden. Abhängig von der Währung, in die eine Anleihe investiert, besteht ein Währungsrisiko. Hinzu kommt das Bonitätsrisiko, es wird bestimmt durch die Zahlungsfähigkeit des Herausgebers der Anleihe. Wenn das Investment in Anleihe-ETFs aktiv gemanagt wird und wenn sich der Investor an der aktuellen Zinsentwicklung ausrichtet, kann sich aus dem Investment eine interessante Rendite ergeben. Aufgrund des Währungs- und Zinsrisikos sind Anleihe-ETFs aber eher für private Investoren geeignet, die sich als risikoaffin bezeichnen und die sich der Risiken von Wertschwankungen der Anleihen wohl bewusst sind.

  • Anleihe-ETFs sind eine Alternative zu Aktien-ETFs
  • Mit Staats- und Unternehmensanleihen sind je nach Region ein Währungs- und ein Zinsrisiko verbunden
  • Durch ein aktives Zinsmanagement lässt sich die Rendite des ETFs steigern.
  • Anleihe-ETFs kommen aufgrund der Risiken eher für risikobereite Privatanleger in Frage.
Inhaltsverzeichnis

    1. Was versteht man unter dem Cash- und Zinsmanagement bei Anleihe-ETFs?

    Durch die Herausgabe einer Anleihe verschaffen sich Staaten und Unternehmen neue finanzielle Mittel. Früher galten Staatsanleihen als außerordentlich attraktiv und sicher. Gerade für deutsche Staatsanleihen wurde eine attraktive Verzinsung gewährt. Aufgrund der sehr guten Bonität wurde über viele Jahre hinweg das höchste Rating erteilt, das Verlustrisiko war also äußerst gering. An der guten Bonität hat sich bis heute wenig geändert.

    Durch das dauerhaft niedrige Zinsniveau gelten deutsche Staatsanleihen unter Renditegesichtspunkten im Augenblick aber als wenig attraktiv. Wer eine höhere Verzinsung für eine Anleihe erzielen will, muss in der Regel ein höheres Währungs- und Bonitätsrisiko in Kauf nehmen. Dazu ist ein Investment außerhalb des Euroraums in sogenannten Schwellenländern mit fremder Währung und mit höherem Ausfallrisiko nötig. Alternativ kann man in Unternehmensanleihen investieren, bei denen aber ebenfalls ein Währungs- und Bonitätsrisiko besteht. An dem Zusammenhang zwischen hoher Rendite und höherem Risiko ist gerade bei Anleihen kaum zu rütteln. Wer dieses Risiko in Kauf nehmen will und seine Anleihe-ETFs aktiv und gezielt unter der Prämisse hoher Zinsen aussucht, kann mit diesem Investment attraktive Renditen in einem bewegten Marktumfeld erzielen.

    Für die Herausgabe einer Staats- oder Unternehmensanleihe gewährt der Herausgeber (Emittent) einen Zins. Dieser Zins hängt von der Bonität des Emittenten ab. Bei schwacher Bonität, wie sie einigen europäischen Ländern oder auch vielen Schwellenländern attestiert wird, muss der Herausgeber einen höheren Zins zahlen. Damit entschädigt er den Investor für das tendenziell höhere Ausfallrisiko. Wer gezielt Anleihen mit einem hohen Währungs- und Ausfallrisiko investiert, erhält im Gegenzug eine attraktive Rendite mit guten Zinsen. Wissen muss man aber, dass sich die Zinsen durch das Marktumfeld seit einigen Jahren auf einem geringen Niveau einpendeln. Auch ein risikobehaftetes Investment wird daran nichts ändern.

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    2. Wie profitieren Anleger von dem Cash- und Zinsmanagement?

    Durch ein aktives Cash- und Zinsmanagement kann die Rendite zu erhöht werden. Indem der Anleger gezielt Anleihen mit einer höheren Verzinsung wählt, steigert er einerseits die Rendite für das eingesetzte Geld. Andererseits muss er dafür ein erhöhtes Verlustrisiko in Kauf nehmen. Der Herausgeber einer Anleihe gewährt nämlich vor allem dann einen attraktiven Zins an seine Geldgeber, wenn das Risiko, die Anleihe nicht oder nicht fristgemäß an die Investoren zurückzahlen zu können, vergleichsweise hoch ist. Den recht hohen Zinsen steht also ein erhöhtes Bonitätsrisiko gegenüber.

    Pro und Contra:

    • Hohe Renditechancen und Gewinne bei steigenden Aktien sind möglich.
    • Langfristig sind höhere Renditen als bei anderen Anlageformen zu bekommen.
    • Jährliche Dividendenzahlungen sind ein Vorteil für Anleger.
    • Es gibt eine große Auswahl an den internationalen Märkten.

    • Verluste können bei fallenden Aktien hoch sein.
    • Es gibt keine feste Rendite wie bei Anleihen.
    • Man muss eine Abgeltungssteuer zahlen.

    Das geringe Zinsniveau am Markt ist die Ursache dafür, dass sich Anleger nach alternativen Investments umsehen. Der Kauf von Anleihen bei Schwellenländern oder bei Unternehmen mit einer geringen Bonität kann dazu ein Weg sein. Das funktioniert aber nur, wenn man sich über das Verlustrisiko im Klaren ist. Natürlich kann ein Anleger das aktive Zinsmanagement nicht nur nutzen, um die Profitabilität des Portfolios zu erhöhen. Er kann seine Anleihen auch so wählen, dass das Risiko überschaubar bleibt. Damit reduziert er sein Verlustrisiko und erhält noch eine akzeptable Verzinsung.

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    3. Welche Investments sind besonders rentabel?

    Als sehr renditestark erweisen sich Investitionen in Schwellenländern. Dazu gehören beispielsweise Brasilien, Indien, Polen oder China. Zwar ist hier ein Währungsrisiko gegeben, das der Anleger kennen und einkalkulieren muss. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern aber so stabil, dass sich ein Investment in Staatsanleihen lohnen kann. Auch sogenannte High-Yield-Anleihen an ausländische Unternehmen erweisen sich als renditestark, sofern man das Verlustrisiko akzeptieren kann.

    Brasilianische Staatsanleihen lohnen sich besonders

    Investitionen in Staatsanleihen aus Brasilien lohnen sich besonders

    Der hohen Rendite eines Investments steht gerade bei Staats- und Unternehmensanleihen ein beträchtliches Währungs- und Bonitätsrisiko gegenüber. Sofern der Anleger das akzeptieren kann, bietet sich eine Investition in den Regionen Brasilien, Indien, Polen oder China an.

    4. Fazit: Gut für risikoaffine Anleger geeignet

    Anleihe-ETFs kommen vorrangig für private Investoren in Frage, die sich selbst als risikoaffin bezeichnen. Solche Anleger sind meist durch eine gewisse Marktkenntnis gekennzeichnet. Sie sind sich darüber im Klaren, dass ihre Geldanlage einen Wertverlust erleiden kann. Natürlich findet durch die Aufteilung des Investments auf viele Unternehmen in einem Exchange Traded Fund eine Streuung des Risikos statt. Investiert ein ETF aber auf einem Markt mit fremder Währung in einem Land wie Brasilien oder China, ist ein gewisses Währungsrisiko ebenso wie ein Bonitätsrisiko des Herausgebers auf jeden Fall gegeben. Dieses Risiko besteht darin, dass eine Anleihe nicht zurückgezahlt werden kann oder dass sich durch Währungsschwankungen Verluste ergeben. Für sicherheitsorientierte Investoren sollte ein Anleihe-ETF deshalb nicht in die engere Wahl kommen. Diese Anleger sind mit einem Aktien-ETF besser beraten und finden darin eine attraktive Alternative mit guten Renditechancen, die aber ihrer persönlichen Risikoeinstellung weitaus besser entspricht.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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