ETF Musterportfolio nutzen oder doch selbst entwickeln?

Warum es vorteilhaft sein kann, den eigenen Erfahrungen zu folgen

Obwohl sich ETFs einer steigenden Beliebtheit erfreuen und es somit auch für unerfahrene Anleger immer einfacher wird, sich über die neuartigen Produkte zu informieren, herrscht trotzdem bei vielen potenziellen Anlegern nach wie vor eine große Unsicherheit vor. Entscheidet man sich trotzdem dazu, sich ein ETF-Portfolio aufzubauen, verlässt man sich dabei häufig auf ein ETF Musterportfolio, das man gerade im Internet in großem Umfang finden kann. Ist es aber wirklich so schwierig, ein eigenes Portfolio zusammenzustellen? Dieser Frage gehen wir hier genauer auf den Grund!

Fakten zum ETF Musterportfolio im Überblick

  • ETF Musterportfolios werden im Internet häufig zur Verfügung gestellt
  • Anleger können diese Musterportfolios in ihrem eigenen Depot umsetzen
  • Die Gestaltung eines eigenen Portfolios gestaltet sich in der Praxis allerdings meist als unkompliziert
  • Bei der Zusammenstellung eines Portfolios ist die individuelle Risikoneigung von Bedeutung

Lohnt sich ein ETF Musterportfolio für Ihre Planung?

Grundsätzlich spricht selbstverständlich überhaupt nichts dagegen, das persönliche ETF-Portfolio auf Basis eines Musterportfolios aus dem Internet zusammenzustellen. Allerdings ist es weitaus befriedigender, von der Rendite zu profitieren, die aus einer ganz individuellen Anlageentscheidung entstanden ist und dabei auf den persönlichen Risiko- und Renditevorstellungen basiert. Tatsächlich ist es mit der richtigen Anleitung gar nicht so schwierig, ein ETF Musterportfolio auf Basis eigener Vorlieben zusammenzustellen.

1. Risikogewichtung

Legen Sie zunächst fest, wie sich ihr Portfolio zusammensetzen soll. Obwohl dieser Schritt zunächst als der schwierigste erscheint, besteht hierbei überhaupt kein Grund zur Panik. Legen Sie einfach fest, wie renditeorientiert ihr Portfolio gestaltet werden soll – beachten Sie dabei jedoch: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Möchten Sie mit Ihrem Portfolio deshalb eine möglichst hohe Rendite erzielen, sollten Sie bei der Zusammenstellung ihres Portfolios auf einen hohen Anteil an Aktien Wert legen – soll sich Ihr Portfolio stattdessen durch ein höheres Maß an Sicherheit auszeichnen, dann stellen Sie es aus Anleihen zusammen. Im Allgemeinen hat sich jedoch eine entsprechende Mischung aus beiden Rubriken als empfehlenswert erwiesen.

2. Produktauswahl

An dieser Stelle wird es nun schon etwas schwieriger: Nach der Festlegung der Risikogewichtung muss sich der Anleger für die Indizes entscheiden, die er seinem Portfolio hinzufügen möchte. Dabei sollte sich der Anleger möglichst auf wenige Produkte beschränken und maximal drei ETFs auswählen – hier zählt Qualität statt Quantität. Obwohl es an dieser Stelle verlockend erscheint, den DAX in das Portfolio aufzunehmen, sollten Anleger sich aus Gründen der Risikostreuung besser für einen breiten Index wie den MSCI World oder MSCI Emerging Markets entscheiden.

Während ersterer die Wertentwicklung von Unternehmen aus den Industriestaaten darstellt, gibt der zweitgenannte Index die Kurse der Unternehmen aus Schwellenländern wieder. Auch hieraus sollte eine ausgewogene Mischung kreiert werden – zwei Drittel Industrie- und ein Drittel Schwellenländer-Indizes haben sich dabei in der Vergangenheit als effektiv erwiesen. Allerdings gibt es hierbei zahlreiche verschiedene Variationen, weshalb es sich lohnen kann, sich im Internet über verschiedene ETFs zu informieren oder auch ein ETF Musterportfolio zurate zu ziehen.

3. Rebalancing

Zu guter Letzt sollte schließlich das Rebalancing erfolgen: Konnte das Portfolio erste Erfolge erzielen, sollte der Anleger abwägen, ob sich seine Auswahl als effektiv erwiesen hat oder ob sich bestimmte Produkte entgegen seiner Erwartungen erwiesen haben. Abhängig von der Produktauswahl kann es nämlich durchaus vorkommen, dass Anleihen höhere Kursschwankungen verzeichnen als Aktien und die Risikogewichtung somit ihren Sinn verfehlt. Aus diesem Grund darf das Rebalancing nicht fehlen, welches das Portfolio wieder ins Gleichgewicht bringen soll.

Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen, sein Portfolio auf Basis eines Musterportfolios aus dem Internet aufzubauen – allerdings ist es weitaus befriedigender, Gewinne mit einem selbst zusammengestellten Portfolio zu erzielen. Wenn Sie sich nicht nach einem ETF Musterdepot richten möchten, dann gehen Sie in drei Schritten vor: Bestimmen Sie Ihren Risikotyp und definieren Sie dementsprechend die Gewichtung aus Aktien (riskant) und Anleihen (sicher).

ETF Musterportfolio

ETFs im Portfolio sollten sich gegenseitig ergänzen / © HebiFot

Wählen Sie daraufhin Ihre Produkte aus und entscheiden Sie sich dabei nach Möglichkeit für breite ETFs aus Industrie- und aus Schwellenländern. Zu guter Letzt erfolgt nach einer Weile das Rebalancing, bei dem Sie Ihr Portfolio wieder „zurechtrücken“ und Produkte, die sich entgegen ihrer Erwartung entwickelt haben, aus dem Portfolio entfernen oder ersetzen.

Wie finden Sie den besten Anbieter?

Auch den besten Anbieter für Ihre persönlichen Anforderungen können Sie in drei einfachen Schritten finden, die wir hier für Sie aufgeführt haben:

1. Berechnungen

Legen Sie zunächst fest, wie viel Geld Sie monatlich in den ETF-Handel oder in ihren Sparplan investieren können und definieren Sie dabei auch einen Puffer für den Notfall. Anhand einer groben Renditeerwartung können Sie daraufhin festlegen, wie hoch die anfallenden Gebühren sein dürfen.

2. Anbietervergleich

Machen Sie sich zunächst unseren ETF Broker Vergleich oder unseren ETF Sparplan Vergleich zunutze, wenn Sie einen ETF Sparplan eröffnen möchten. Selektieren Sie hier die Anbieter heraus, die für Sie persönlich am attraktivsten erscheinen und lassen Sie sich dabei nicht nur von Gebühren leiten.

3. Test

Haben Sie sich für eine Reihe von Anbietern entschieden, können Sie diese selbst unter die Lupe nehmen. Kontaktieren Sie den Kundensupport, machen Sie sich mit dem Preis- und Leistungsverzeichnis vertraut und eröffnen Sie schließlich ein Musterdepot bei Ihren Favoriten. Entscheiden Sie sich schließlich für den Anbieter, bei dem Sie sich am wohlsten fühlen und dem Sie Ihr Kapital mit gutem Gewissen anvertrauen.

Um den richtigen Anbieter zu finden und um schließlich das Beste aus dem ETF-Handel herauszuholen, sollten Sie zunächst berechnen, wie viel Geld Sie in den ETF-Handel investieren können und wie hoch die Gebühren dementsprechend ausfallen dürfen. Daraufhin können Sie unseren Anbietervergleich nutzen, um die besten Angebote zu selektieren, woraufhin Sie Ihre Favoriten selbst genau unter die Lupe nehmen. Haben Sie sich schließlich für einen Anbieter entschieden, dem Sie Ihr Kapital mit gutem Gewissen anvertrauen, steht der Depoteröffnung nichts mehr im Wege.

Der beste Anbieter ist meist schnell gefunden

Die Suche nach dem richtigen Anbieter muss nicht schwer sein / © WikiImages

Machen Sie sich ein Musterdepot zunutze!

Beachten Sie bei der Suche nach dem besten Anbieter, dass Sie besonders kundenfreundliche Unternehmen schnell an einem Musterdepot erkennen können: Ein Musterdepot ermöglicht es Anfängern und fortgeschrittenen Anlegern, das Depot ihres Favoriten kennenzulernen und sich dabei mit Services und Benutzeroberfläche vertraut zu machen. Allerdings können Sie sich mithilfe eines Musterdepots nicht nur besser im realen Depot orientieren, sondern Sie können auf diese Weise auch vollkommen risikofrei und unverbindlich Ihr ETF Musterportfolio auf die Probe stellen. Dabei sollten Sie jedoch sichergehen, dass es sich bei Ihrem Musterdepot tatsächlich um ein Konto handelt, zu welchem nur Sie selbst Zugang haben. Häufig bieten Unternehmen nämlich auch Musterdepots an, die sich mit jedem Log-Out automatisch zurücksetzen.

Ein Musterdepot verspricht Erfahrungen im ETF-Handel

Ein Musterdepot gibt Einblick in den ETF-Handel / © khitk

Ein Musterdepot bringt zahlreiche Vorteile mit: Anfänger und Fortgeschrittene können es nutzen, um sich mit den Services und der Benutzeroberfläche des Kundenbereiches vertraut zu machen oder um ihr Portfolio auf die Probe zu stellen. Dabei sollten Sie jedoch sichergehen, dass sich ihr Musterdepot nicht mit jedem Log-Out automatisch zurücksetzt.

Fazit: Musterportfolio oder Eigenkreation?

Abschließend können wir festhalten, dass es sich wohl um eine Glaubensfrage handelt, ob man als Anleger besser auf ein ETF Musterportfolio zurückgreifen oder sein Portfolio selbst erstellen sollte. Dabei sollte Anlegern allerdings jederzeit bewusst sein, dass die Erstellung eines individuellen Portfolios kein Hexenwerk ist, sondern stattdessen auch von unerfahrenen Anfängern mit etwas Hintergrundwissen durchaus bewerkstelligt werden kann – insbesondere dann, wenn ein Musterdepot genutzt wird, um die Entwicklung des Portfolios risikofrei und unverbindlich mitzuverfolgen. Letztendlich geben nämlich auch Musterportfolios ebenso wenig eine Gewinn-Garantie wie ein selbst entwickeltes Portfolio.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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ETF Musterportfolio
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