Neuordnung des DAX mit Auswirkungen auf ETFs

Exotische ETFs unter stärkerer Kontrolle

Die anstehende Neuordnung des DAX hat auch Auswirkungen auf ETFs und Trader, die mit ETFs handeln. In der letzten Wochen gab die Deutsche Börse die neue Zusammensetzung ihrer Indizes bekannt. Die Commerzbank traf es dabei sehr hart. Im Rahmen der regulären Überprüfung des Index wurde bekannt, dass das Gründungsmitglied aus dem DAX herausfällt. Ab dem 24. September 2018 wird die Commerzbank durch das FinTech Wirecard ersetzt.

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    Wirecard doppelt so viel wert wie die Commerzbank

    Derzeit ist Wirecard mehr als 24 Milliarden Euro wert und damit doppelt so viel wie die Commerzbank. Die Commerzbank wird bald nur noch im MDax gelistet, wo Nebenwerte aufgelistet sind. Wirecard wurde vor 19 Jahren gegründet und ist heute sogar mehr wert als die Deutsche Bank. Der Aufstieg von Wirecard an der Börse führte jedoch zunächst dazu, dass Anleger Gewinnmitnahmen sichern wollten. Die Aktie verlor daher weitere zwei Prozent. Schon in den Tagen zuvor gab es Verluste von fast acht Prozent. Die Aktie der Commerzbank konnte dagegen zulegen.

    Wirecard war bisher im Technologie-Index, dem TechDax, notierte. Das Unternehmen bietet unter anderem Zahlungswege über das Smartphone an. Die Aktie konnte seit Jahresbeginn einige Rekorde verzeichnen. Die Commerzbank steht dagegen seit einiger Zeit unter Druck. Das Unternehmen ist an der Börse nur noch rund zehn Milliarden Euro wert und die Aktie verlor seit Jahresbeginn um ein Drittel.

    Commerzbank fällt aus Indexfonds

    Damit fällt die Commerzbank auch aus Fonds, die den DAX abbilden. Darin wird nun Wirecard statt der Commerzbank vertreten sein. Aus der Finanzbranche bleiben die Deutsche Bank, die Allianz und Münchener Rück im DAX vertreten. Zu diesem etablierten Unternehmen kommt nun mit Wirecard ein neuer Zahlungsdienstleister hinzu.

    Die Commerzbank-Entscheidung war Teil der größten Umstrukturierung am Aktienmarkt seit langem. Der MDAX wird um zehn Werte auf nun insgesamt 60 vergrößert und auch der SDax, in dem Kleinwerte verzeichnet sind, kann sich auf 20 neue Mitglieder freuen. Hier sind nun 70 Unternehmen gelistet. Der TechDax wird zu einem Zweitnotierungsindex für Technologie-Werte aus dem DAX, dem MDax und dem SDax umgebaut.

    Die Elektronikhandelskette Ceremony fällt aus dem MDax heraus. Im SDax sind unter anderem der Autozulieferer Leoni und das Medienunternehmen Ströer neu dabei. Alle Veränderungen treten zum 24. September in Kraft. Die Deutsche Bank fällt zudem aus dem EuroStoxx 50, der 50 bedeutenden Börsenwerte in der Eurozone, heraus.

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    ETFs werden umstrukturiert

    Neben Großinvestoren orientieren sich auch ETFs an der Zusammensetzung dieser bekannten Indizes. ETFs bilden die jeweiligen Indizes genau nach. Die Aktien der Unternehmen, die nun neu in den Indizes an der Deutschen Börse vertreten sind, werden also auch von den jeweiligen ETFs gekauft. Die Commerzbank ist in einem ETF auf den DAX nun also nicht mehr vertreten. Aktuell gibt es 17 ETFs auf den DAX. Das Anlagevolumen beträgt insgesamt fast 18 Milliarden Euro.

    Bevor die Umstellung am 24. September wirksam wird, werden die ETFs wohl etwa 24 bis 48 Stunden zuvor die betroffenen Papiere verkaufen. Die Commerzbank ist aktuell mit 0,85 Prozent im DAX gewichtet. Daher lässt sich berechnen, dass einige Tage vor dem 24. September wohl fast 17 Millionen Wertpapiere aus ETFs auf den Markt kommen.

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    Neue Aktien in ETFs auf den MDax

    Dies wird jedoch durch die neue Einsortierung in den MDax etwas ausgeglichen. Einige der Wertpapiere, die aus den DAX-ETFs verkauft werden, können für die Portfolios von MDax-ETFs gekauft werden. Für die Aktie der Commerzbank könnte dies zur Folge haben, dass der Aktienkurs nach unten geht. Dies war zumindest in der Vergangenheit häufig der Fall, wenn eine Aktie einen wichtigen Index verlassen musste. Großinvestoren werden wohl bereits vor dem 24. September reagieren und Aktien der Commerzbank verkaufen. Diese können früher reagieren als die Portfolio-Manager von ETFs. Bereits seit sechs Monaten gibt es Gerüchte, dass die Commerzbank wohl aus dem DAX ausscheiden wird.

    Weitere Korrekturen bei ETFs

    Die Neuordnung der Indizes könnte zur Folge haben, dass es weitere Korrekturen bei der Zusammensetzung von ETFs gibt. Die großen Fondsanbieter arbeiten dafür eng mit Brokern und Investmentbanken zusammen. Diese sind für ETF-Anbieter als Market Maker aktiv und haben daher die Aufgabe, die benötigte Anzahl an Aktien bereitzuhalten, die in Bezug auf die Neustrukturierung der Indizes gekauft und verkauft werden müssen. Auch bei Fusionen, Übernahmen und Kapitalmaßnahmen müssen ETF-Anbieter Veränderungen an ihren Produkten vornehmen.

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    Veränderungen in Anleger-Portfolios

    Der Handel mit ETFs boomt. Daher kann die Neuordnung der Indizes an der Deutschen Börse für Veränderungen in den Portfolios vieler Anleger sorgen. Beispielsweise kann es dazu kommen, dass diese nun mehr Tech-Unternehmen in ihrem Portfolio haben, da diese nun gleichzeitig im DAX, dem MDAX oder dem SDAX und im TecDax vertreten sein können. Diese große Anzahl an Technologie-Unternehmen im Portfolio könnte jedoch von Anlegern nicht unbedingt gewollt sein.

    Änderungen seit Mai bekannt

    Die Änderungen wurden bereits im Mai angekündigt. Damit Anleger sich darauf vorbereiten können, veröffentlichte die Deutschen Börse Ende Juni sogenannte Schattenindizes. Diese bildeten schon zuvor ab, wie die DAX-Indizes aussehen könnten, wenn die Veränderungen bereits umgesetzt wären. Diese Schattenindizes zeigen die Veränderungen, die auf Anleger zukommen. Dies betrifft vor allem Technologie-Unternehmen. Große Unternehmen wie SAP und die Deutsche Telekom sind bald sowohl im DAX wie auch im TecDAX vertreten. Auch wenn die Gewichtung innerhalb der Indizes eine Rolle spielt, könnten diese Technologie-Werte in Zukunft eine große Rolle spielen.

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    SAP verfügt über einen Börsenwert von über 122 Milliarden Euro und ist damit etwa ein Zehntel mehr wert als alle 20 Unternehmen, die bisher im TecDAX vertreten waren. Diese Veränderung könnte in Zukunft auch den MDax und den SDax massiv verändern. Beispielsweise könnte die Schwankungsbreite dieser Indizes zunehmen, was sich auch auf ETFs auf diese Indizes auswirken könnte.

    Schattenindizes zur Orientierung

    Im Schattenindizes des MDax konnten Anleger in den letzten Wochen schon die Aktien von Wirecard verfolgen. Der Schattenindizes des SDax zeigte beispielsweise Carl Zeiss Meditech. Unternehmen, die bisher nur im TecDax vertreten waren, könnten in Zukunft durch die Aufnahme in andere Indizes womöglich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen.

    Auf den MDax werden übrigens fünf ETFs angeboten, die ein Anlagevolumen von 3,2 Milliarden Euro aufweisen. Kommt es nun hier zu Veränderungen, kann sich dies auf Anlagestrategie auswirken und damit wiederum Folgen für Aktienkurse haben. Als im Juni Siemens Healthineers als Börsenneuling in den TecDAX aufgenommen wurde, verteuerte sich die Aktie ebenso wie die von DWS, der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, die ebenfalls neu im TecDax war. Beide Aktien gewannen in nur einer Handelswoche über drei Prozent dazu und damit sechsmal so viel wie der ganze Markt.

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    ETFs bei Degiro handeln

    Einer der bekanntesten europäischen Broker für ETFs ist Degiro aus den Niederlanden. Der Broker wurde vor etwa zehn Jahren von ehemaligen Mitarbeitern der Binck Bank gegründet und konzentrierte sich zunächst vor allem auf institutionelle Anleger. Vor einigen Jahren öffnete man sich dann auch für Privatanleger, bei denen ETFs immer beliebter werden.

    Die Kostenstruktur des Brokers gilt als besonders günstig und transparent. Degiro möchte Tradern den Handel zu Großhandelspreisen ermöglichen. Beispielsweise sind die Depotführung und das Streichen von Orderlimits kostenlos. Der Broker gehört zu den günstigsten in Europa. Alle Kosten sind abhängig von der Börse, an der Trader ihre Wertpapiergeschäfte tätigen.

    Breites ETF-Angebot

    Degiro hat mehr als 700 ETFs im Angebot. Dazu kommen zahlreiche weitere Handelsinstrumente. Insgesamt bietet der Broker mehr als zwei Millionen Produkte an, die an über 60 Börsen gehandelt werden können. Das Sortiment wird stetig ausgebaut. Bei Fragen können sich Trader per Telefon oder E-Mail an den Kundenservice wenden.

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    Der Handel erfolgt über die hauseigene Tradingplattform, den Degiro Webtrader. Diese Plattform ist sehr übersichtlich gestaltet und mit vielen Werkzeugen und Features ausgestattet. Beispielsweise ist es über die Quick Bar möglich, sehr schnell zu handeln. Außerdem sind Kurse in Echtzeit verfügbar.

    Fazit: DAX-Veränderungen mit Auswirkungen für ETF-Anleger

    Für den 24. September sind einige Veränderungen bei der Zusammensetzung der DAX-Indizes angekündigt, die auch Folgen für ETFs auf den DAX, den MDax und den SDax haben werden. Erstmals seit der Entwicklung des DAX wird die Commerzbank nicht mehr im Leitindex vertreten sein. Ihren Platz nimmt in Zukunft das FinTech Wirecard ein.

    Auch in ETFs auf den DAX wird die Commerzbank nun gegen Wirecard eingetauscht. Einige Tage vor dem 24. September werden die ETF-Anbieter in Zusammenarbeit mit Brokern und Investmentbanken damit beginnen, die Aktien der Commerzbank zu verkaufen. Aus diesem Grund werden 17 Millionen Aktien der Commerzbank auf den Markt kommen, was auch Auswirkung auf den Kurs der Commerzbank-Aktie haben wird. Ein Teil davon wird wohl von Anbietern mit ETFs auf den MDax ausgeglichen, in dem die Commerzbank-Aktie künftig vertreten sein wird.

    Die Herabstufung der Commerzbank-Aktie ist Teil der größten Veränderung auf dem deutschen Aktienmarkt seit Jahren. Unter anderen werden der MDax und der SDax vergrößert. Im MDax kommen zehn weitere Titel hinzu; im SDax sogar 20. Damit vergrößern sich auch ETFs auf diese Indizes. Der TecDax ist in Zukunft lediglich ein Zweitnotierungsindex für Technologie-Werte, die auch in einem der drei anderen Unterindizes gelistet sind. Damit wird sich die Zusammensetzung aller ETFs auf die vier genannten Indizes nachhaltig verändern.

    Exotische ETFs unter stärkerer Kontrolle

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