Was sind ETF Fonds? – Einblicke in den Handel mit Indexfonds

Vorteilen von ETFs steht das Risiko von Verlustgeschäften gegenüber

Die Börsen und den Aktienhandel gibt es bereits seit mehreren Hundert Jahren. Doch der Handel mit ETFs wurde erst in diesem Jahrtausend richtig populär. Doch wie entstand der ETF-Handel und was macht den ETF Fonds so besonders? Diese und andere Fragen werden in dem folgenden Ratgeber behandelt.

Die wichtigsten Fakten zum Thema „ETF Fonds“ im Überblick:

  • Basiert auf der Portfolio-Theorie von Markowitz.
  • ETF Fonds sind eine Untergruppe der Exchange Traded Products.
  • Fonds-Bereiche sind Biotechnologie, Aktien, Rohstoffe, Immobilien und Leitindizes.
  • Bei ETFs handelt es sich um passive Investitionen.
  • ETFs sind UCITS-konform, günstig und transparent.
  • ETFs können in physische und synthetische unterteilt werden.
  • ETFs zählen zum Sondervermögen.

Die ETF-Geschichte: Wie der ETF-Handel entstand!

Louis Bachelier begann 1900 eine Forschungsarbeit, in der es um die Prognose-Genauigkeit von Kursentwicklungen ging. Wie bei den meisten Genies üblich wurden auch seine Ideen von den führenden Mathematikern seiner Zeit ignoriert. Doch im Jahr 1952, sechs Jahre nach dem Tod Bacheliers, veröffentlichte Harry Markowitz seine moderne Portfoliotheorie. Diese gründete auf den Erkenntnissen von Louis Bachelier und verhalf dem jungen Markowitz später sogar zum Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Der Grundstein für Indexfonds war gelegt.

Laut Markowitz ist eine Streuung der Investitionen auf verschiedene Anlageprodukte von Nöten um das Risiko zu minimieren. Daher finden sich in einem Fonds zumeist hunderte bis tausende verschiedener Aktien. In den 1970er Jahren veröffentlichte die amerikanische Investmentgesellschaft State Street Global Advisors dann schließlich den ersten Indexfonds. Hier handelt es sich um eine passive Investition. Im Gegensatz zu Aktienfonds, bei denen über die Fonds Anteile an den jeweils enthaltenen Unternehmen erworben werden und der Gewinn in Form von Dividenden erfolgt, geht es bei Indexfonds rein um die Steigerung des Kurses.

Der erste Durchbruch gelang erst im Jahr 1987. Damals gingen an zwei amerikanischen Börsen gleich mehrere Indexfonds auf den Markt, die aber noch nicht als ETF bezeichnet wurden. Zugleich gab es auch den ersten Indexfond in Deutschland: Der CB German Index Fund! Er entstammt einer luxemburgischen Tochtergesellschaft der Commerzbank. 1990 erhielt Markowitz schließlich mit zwei anderen Kollegen den Nobelpreis, wodurch die passiven Investitionen mehr in das Licht der Öffentlichkeit rückten.

Nachdem die ETFs zu Zeiten der Jahrtausendwende auch auf dem europäischen Markt zugelassen wurden, konnte die Erfolgsgeschichte der ETFs beginnen. Im Laufe der Jahre wurden schließlich immer speziellere und in ihrer Anzahl immer mehr ETFs angeboten. Inzwischen gibt es ETF Fonds in den Bereichen

  • Biotechnologie,
  • Immobilien,
  • Rohstoffen,
  • Aktien und
  • zahlreiche Abwandlungen des DAX als MDAB, ShortDAX oder auch DivDAX.

Die Auswahl nimmt ständig zu und verschiedenste Broker üben sich im zusammenstellen eigener Indizes.

ETF Fonds

Die Entwicklung des ETF-Handels

Der ETF ist zurückzuführen auf die Überlegungen von Louis Bachelier im Jahre 1900. Bekannt wurde der Grundgedanke 1952 als Portfoliotheorie von Harry Markowitz, der 1990 dafür den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften erhielt. Seit der Zulassung auf dem europäischen Markt wächst das Angebot an ETFs immer weiter. Anhand des immer größer werdenden Anlagevolumens in ETFs lässt sich erkennen, dass die Indexfonds sich wachsender Beliebtheit erfreuen.

Die ETF-Merkmale: Wie zeichnet sich der ETF-Handel aus?

Wie oben bereits erwähnt handelt es sich bei ETFs um passive Investitionen. Dabei werden Indizes verschiedener Unternehmen in einen Fonds zusammengestellt. Steigt der Kursverlauf dieses Indexfonds nun an erzielt der Investor Gewinne, fällt der Kursverlauf werden Verluste generiert. Anders als bei Binären Optionen geht es also nicht darum Kursverläufe vorherzusagen, sondern in den Indexfonds zu investieren, der im Zeitverlauf zunehmen wird und zu verkaufen bevor der Kurs wieder abnimmt.

Dabei gibt es inzwischen eine Vielzahl an ETFs und Variationen dessen. Doch nicht alles, was als ETF bezeichnet wird, ist auch tatsächlich einer. Oft werden auch die Bezeichnungen ETF und ETP synonym verwendet. Doch bei ETFs handelt es sich um eine Form der ETPs. ETP ist die Abkürzung für Exchange Traded Products. Diese lassen sich in drei Gruppen unterteilen:

  • ETC, Exchange Traded Commodities,
  • ETN, Exchange Traded Notes und
  • ETF, Exchange Traded Funds.

Der ETF ist ein UCITS-konformer Fonds. Nach den UCITS-Richtlinien kann unterschieden werden, ob es sich bei dem vorliegenden Fonds um einen Exchange Traded Funds (ETF) oder um ein Exchange Traded Product (ETP) handelt. Hiernach liegt genau dann ein ETF vor, wenn ein diversifizierter und liquider Fonds vorliegt. Grundsätzlich können ETFs in physische und synthetische Fonds unterschieden werden. Grob kann man physische ETFs als transparent, aber teurer und synthetische ETFs als günstig, aber riskanter unterscheiden. Was genau dahinter steckt, erfahren Sie im Ratgeber „ETF physisch oder synthetisch“. Bei den anderen beiden Exchange Traded Product-Gruppen, den Exchange Traded Commodities und den Exchange Traded Notes handelt es sich um Nicht-UCITS konforme Fonds.

Bei ETFs handelt es sich um passive Investitionen, die eine Untergruppe der ETPs bilden. Sie zeichnen sich durch UCITS-Konformität aus, welches einen offenen, diversifizierten und liquiden Fonds meint. Die ETFs lassen sich nach physische und synthetische Fonds unterscheiden.

Warum ETF-Handel betreiben?

Der ETF-Handel hat einige Vorteile zu bieten. So sind sie in der Anschaffung recht günstig und unterbieten in Deutschland mit einer Gesamtkostenquote von durchschnittlich 0,37 Prozent die Indexfonds und gemanagte Aktienfonds. Dies liegt auch ganz klar an der Tatsache, dass weniger aktives Management notwendig ist. Da sie nach der Portfolio-Theorie von Markowitz aufgebaut sind, streuen sie das Risiko und minimieren es auf lange Sicht. Dabei sollte aber auch immer im Auge behalten werden wie viele Unternehmen in die ETF Fonds mit einfließen. Bei dem DivDAX handelt es sich zum Beispiel nur um die 15 Dividendenstärksten Unternehmen, während der S&P 500 sich aus 500 Unternehmen zusammensetzt. Da ist das Risiko beim DivDAX natürlich höher durch unerwartete Ausfälle einzelner Unternehmen einzubrechen. Wenn natürlich eine ganz Branche wegbricht, nutzen einem die vielen Unternehmen auch nichts.

Die ETFs sind transparent, da sie einem Index folgen. Aufgrund dessen ist dem Anleger auch stets bewusst, welchem Asset er folgt. Die Auswahl an ETF ist inzwischen derartig ausgeprägt, dass für jeden Anleger etwas dabei ist. Egal ob auf bekannten Märkten im eigenen Land oder in fremden Branchen und fremden Ländern können EFTs auch mit nur einem EFT-Anteil gekauft werden. Auch wenn es sich bei EFTs nicht um Binäre Optionen handelt, ist es möglich nicht nur auf Long, also den Kursanstieg, sondern auch auf Short, also den Kursabfall zu spekulieren. Hierfür gibt es zum Beispiel den ShortDAX Auch ist der Handel mit Rohstoffen über ETPs möglich. Hier werden dann allerdings nicht in Indexfonds, sondern in Zertifikate investiert. Man bezeichnet sie als die bereits erwähnten ECTs, Exchange Trade Commodities, welche nicht-UCITS konform sind.

Die ETFs bieten gegenüber den ETCs den entscheidenden Vorteil, dass die Investitionen als Sondervermögen gelten und daher speziell geschützt werden. Sondervermögen zählt zu den Geldanlagen, welche über die Einlagensicherung der Finanzdienstleister geschützt werden müssen. Die gesetzlich verpflichtende Einlagensicherung liegt in der europäischen Union bei 100.000 Euro pro Kunde. Dieser Verpflichtung müssen alle Finanzdienstleister nachkommen. Zudem können sie die Einlagen ihrer Kunden auch noch mit einer freiwilligen Einlagensicherung schützen, welche zumeist Einlagen in Millionenhöhe pro Kunde zur Folge hat. Gerade in Bezug auf Immobilienfonds bieten sich ETF Immobilien hervorragend an, da es sich bei ETFs nicht um offene Fonds handelt. Offene Fonds werden nicht zum Sondervermögen gezählt und unterliegen daher nicht der Einlagensicherung.

Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der ETFs

Die Vor- und Nachteile von Exchange Traded Funds

Allerdings gibt es auch bei ETFs Nachteile. Zum einen verleiten die Versprechen und die niedrigen Kosten in der ETF-Führung zu spontanen und unüberlegten Käufen. Doch auch mit ETFs können Verluste eingefahren werden. Zum anderen ist es aufgrund des rasanten Wachstums auf dem ETF-Markt und der damit verbundenen Vielfalt an speziellen ETFs ein grober Überblick kaum noch möglich. Es gibt einige viel gehandelte Klassiker unter den ETFs, wie die S&P High Yield Dividend Aristocrats oder verschiedene Ausformungen des DAX, wie den ShortDAX oder MDAX, aber auch zahlreiche Broker, die eine Vielzahl an ETFs und anderen ETPs zur Verfügung stellen, wie der Broker Amundi.

Der ETF-Handel weist, wie jedes Andere Produkt auch, Vor- und Nachteile auf. Die Vorteile liegen eindeutig in der Transparenz und Kostenstruktur. Es kommen nur geringe Gesamtkosten auf den Anleger zu und die ETFs sind sogar in einzelnen Anteilen erwerbbar. Hinzu kommt die Tatsache, dass ETFs als Sondervermögen gelten und die Einlagen dadurch gesetzlich geschützt sind. Nachteilig ist allerdings, dass die ETFs an sich zwar transparent aufgebaut sind, die immense Auswahl an ETFs jedoch keine Struktur aufweist.

Fazit: Wenn der Index zum Fonds wird

Louis Bachelier hat bereits früh erkannt, dass sich die Entwicklung eines Aktienkurses mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent vorhersagen lässt. Markowitz entwickelte auf Grundlage dessen die Portfolio-Theorie. Diese besagt unter anderem, dass die Investitionen möglichst breit verteilt werden müssen, um das Risiko zu minimieren. Von den ersten Gedanken der passiven Investition vergingen 50 Jahre ehe es zu einem Durchbruch im ETF-Handel kam. Inzwischen gibt es verschiedenste Exchange Traded Products, zu denen auch die ETFs gehören.

Diese lassen sich in physische und synthetische ETFs unterscheiden, sind aber alle UCITS-konform. In den ETF Fonds werden die Kurse verschiedenster Unternehmen zusammengefasst. Diese Kurse können die verschiedensten Assets, wie Aktien, Dividenden oder auch Volatilitäten beschreiben. Je mehr Unternehmen in den Fonds integriert werden, umso weniger Risiko geht mit dem ETF einher. Ein klarer Vorteil der ETFs ist, dass sie als Sondervermögen gelten und die Finanzdienstleister daher zur Einlagensicherung verpflichtet sind.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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ETF Fonds
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