ETF-Strategien: Large, Mid oder Small Caps

Large, Mid und Small Caps: Diese sind für ETF-Trader attraktiv.

Eine große Auswahl an Finanzprodukten, die mittlerweile nicht nur institutionellen Anlegern, sondern auch Privathändlern zur Verfügung stehen, ermöglichen es ihnen, sowohl in große als auch in kleine oder in mittelständische Unternehmen zu investieren und von deren Kursentwicklung zu profitieren. Dabei steht das „Cap“ für die Kapitalisierung des Unternehmens – doch welche Kapitalisierungsgröße ist für den durchschnittlichen ETF-Händler am attraktivsten? In unserem Ratgeber sind wir dieser Frage genau auf den Grund gegangen.

  • Bei Large Caps handelt es sich um die größten Konzerne, zu denen hierzulande beispielsweise Daimler oder Siemens gehören
  • Large Caps sind zwar weniger schwankungsanfällig, versprechen dabei allerdings nur eine geringe Rendite
  • Kleine Unternehmen zeichnen sich durch eine starke Entwicklung und gleichzeitig durch ein hohes Insolvenzrisiko aus
  • In der Regel entwickeln sich dabei die Mid Caps am besten
Inhaltsverzeichnis

    1. Caps unter der Lupe: Lohnt sich die Investition?

    Im Aktienhandel bzw. im Wertpapierhandel, zu dem auch ETF-Geschäfte gehören, unterscheidet man zwischen verschiedenen Größenklassen der Unternehmen. Dabei unterteilt man in große Konzerne, die sogenannten Large Caps, mittelgroße Konzerne als Mid Caps und kleine Unternehmen als Small Caps. Teilweise existiert darüber hinaus mit den Kleinstunternehmen, den Micro Caps auch eine vierte Kategorie. Die Fachbegriffe stammen dabei aus dem Englischen, wobei „Cap“ für die Kapitalisierung und damit für die Größe der Unternehmen steht. Um die Größe zu definieren, wird die Zahl der ausgegebenen Aktien mit ihrem aktuellen Kurswert multipliziert.

    Die Large Caps sind dabei nicht nur Anlegern sehr geläufig: Zu den Aktiengesellschaften, die auch als Blue Chips oder als Standardwerte bezeichnet werden, gehören in Deutschland beispielsweise Daimler, die Deutsche Bank, BMW oder Adidas. In den USA gehören McDonalds, Coca Cola und Microsoft zu den Standardwerten. In den größten Aktienindizes wie dem DAX oder dem Dow Jones werden in der Regel all diese Standardwerte zusammengefasst. Auch die 50 größten Aktiengesellschaften der Eurozone sind als Index im EuroStoxx 50 zu finden, während die 50 größten Aktiengesellschaften Europas in Form des StoxxEurope 50 gehandelt werden können. Hierzu gehören auch Wertpapiere aus Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien oder der Schweiz.

    Im Wertpapierhandel wird zwischen den verschiedenen Größenklassen der Unternehmen unterschieden. Dabei unterteilt man in Large Caps, Mid Caps, Small Caps und teilweise sogar in Micro Caps. Das „Cap“ steht dabei für die Kapitalisierung und damit für die Größe des Unternehmens. Die größten Unternehmen Deutschlands werden dabei im DAX zusammengefasst, doch auch Indizes wie der EuroStoxx 50 beinhalten Large Caps – in diesem Fall aus dem Euro-Raum.

    Large, Mid oder Small Caps

    Im iShares EU50 sind die 50 größten europäischen Firmen verzeichnet

    2. Die Vorteile und Nachteile von Large Caps im Detail

    Viele Anleger gehen davon aus, dass es sich besonders lohnen würde, in Large Caps zu investieren. Diese großen Unternehmen haben sich schließlich bereits am Markt etabliert und können in der Regel keine herben Verluste verzeichnen. Diese Annahme ist auch durchaus berechtigt – zumindest teilweise. So bringen nämlich auch Large Caps Vor- und Nachteile mit, mit denen sich der Trader im Vorfeld auseinandersetzen sollte.

    Pro und Contra:

    • Hohe Renditechancen und Gewinne bei steigenden Aktien sind möglich.
    • Langfristig sind höhere Renditen als bei anderen Anlageformen zu bekommen.
    • Jährliche Dividendenzahlungen sind ein Vorteil für Anleger.
    • Es gibt eine große Auswahl an den internationalen Märkten.

    • Verluste können bei fallenden Aktien hoch sein.
    • Es gibt keine feste Rendite wie bei Anleihen.
    • Man muss eine Abgeltungssteuer zahlen.

    Die besonders großen Unternehmen aus der Gruppierung der Large Caps erweisen sich für gewöhnlich als besonders widerstandsfähig. Dabei können ihnen auch schwere Wirtschaftskrisen und anhaltende Turbulenzen nicht viel anhaben – ganz nach dem Motto „too big to fail“. Tatsächlich sind solche Unternehmen grundsätzlich wirklich „zu groß, um Pleite zu gehen“, da sie im Zweifelsfall durch staatliche Hilfen aufgefangen werden würden. Die schiere Größe dieser Unternehmen ermöglicht es ihnen allerdings, auch Verluste und Dürreperioden ohne große Schäden zu durchstehen.

    Vorteile und Nachteile von Large Caps:

    + Large Caps sind widerstandsfähiger

    + Auch schwere Wirtschaftskrisen können ihnen selten etwas anhaben

    + Im Zweifelsfall würden sie von Staatshilfen aufgefangen werden

    – Durch ein zu langes Bestehen ruhen Unternehmen sich auf ihren Erfolgen aus

    – Die Verwaltung überwiegt schließlich die Innovationen

    – Auch große Kursgewinne sind demnach eher selten

    Trotzdem sind auch Large Caps keine Lösung für alles. Da viele große Unternehmen eine schleichende Erosion ihrer wirtschaftlichen Stärke verzeichnen, entfernen sie sich über Jahrzehnte hinweg immer mehr vom Kunden und entwickeln Eigenheiten, mit denen weder Anleger, noch Verbraucher zurechtkommen. Am Ende überwiegt schließlich nur noch die Verwaltung eines solchen Unternehmens-Riesen, während die Innovationen auf der Strecke bleiben. Und wo keine Innovationen sind, da bleiben auch die steigenden Kurse aus. Dementsprechend lohnen sich Investitionen in Large Caps auf Dauer nur selten, da es nur wenige Unternehmen schaffen, alte Strukturen zu durchbrechen und sich durch eine besondere Dynamik auszeichnen. Trotzdem hinken auch diese Unternehmen in Bezug auf ihre Dynamik den mittelgroßen und kleinen Aktiengesellschaften meist hinterher.

    Large Caps umfassen für den Anleger große Vorteile und ebenso große Nachteile. Getreu dem Motto „too big to fail“ kann solchen großen Konzernen nur selten eine Krise etwas anhaben, weshalb herbe Verluste und enorme Kursabfälle in der Regel ausbleiben. Dasselbe gilt allerdings auch für starke Kurssteigerungen, da große Konzerne meist nicht mehr viel bieten können, was für Anleger oder die Wirtschaft interessant sein könnte. Sobald das volle Potenzial eines Unternehmens ausgeschöpft ist, werden deshalb auch die hohen Gewinne ausbleiben.

    Die Deutsche Bank gehört auch zu den Large Caps

    Auch die deutsche Bank gehört zu den Large Caps

    3. Schneiden Mid oder Small Caps besser ab?

    Obwohl die großen Konzerne des Large-Cap-Sektors in der Regel „too big to fail“ sind, können die Mid und Small Caps als „klein, aber fein“ bezeichnet werden. Häufig schneiden die mittleren und kleinen Unternehmen in der großen Börsenwelt nämlich weitaus besser ab als ihre großen Vorbilder. Der Grund dafür ist simpel: Jedes erfolgreiche Unternehmen fängt einmal klein an und überzeugt im Laufe der Zeit immer wieder durch moderne und zeitgemäße Innovationen, die den Nerv der Anleger und der Wirtschaft treffen. Trotzdem gibt es selbstverständlich auch bei der Investition in Mid oder Small Caps einige Risiken, mit denen sich der Anleger auseinandersetzen sollte.

    Der größte Nachteil an der Investition in ein kleineres Unternehmen ist das hohe Insolvenzrisiko. Newcomer am Markt bringen häufig nur wenig Eigenkapital mit uns können sich darüber hinaus auf den Märkten in der Regel schlechter präsentieren. Auch ein gutes Risikomanagement des Traders kann hierbei kaum tatsächlichen Schutz gewährleisten. Ein guter Kompromiss sind deshalb die mittelgroßen Aktiengesellschaften, die für gewöhnlich konsolidierter sind und eine bessere Finanzierungsstruktur mitbringen, von denen letztendlich auch der Anleger profitieren kann. Schließlich entwickeln sich die Mid Caps häufig am besten, was durchaus für ein Investment in ein solches mittelständisches Unternehmen spricht.

    Die wichtigsten europäischen Mid Caps im Überblick

    • Euro STOXX Mid
    • MSCI EMU Mid Cap
    • MSCI Europe Mid Cap
    • STOXX Europe Mid 200

    Spielen Sie nun vielleicht mit dem Gedanken, in Micro Caps zu investieren, um von großen Kurssteigerungen zu profitieren, müssen wie Sie leider enttäuschen: ETFs, mit denen Sie in Micro Caps investieren können, existieren nicht. Da solche Kleinstunternehmen derart markteng sind und dabei so geringe Umsätze an den Börsen verzeichnen können, dass ein Einstieg eines institutionellen Investors gewaltige Kursschwankungen auslösen würde, lohnt sich das Investment weder für die Unternehmer, noch für die Anleger. Schließlich würden nämlich auch durch einen Verkauf der Positionen nicht genügend Umsätze zustande kommen.

    Tatsächlich kann sich für Anleger die Investition in ein Mid Cap oder ein Small Cap im Vergleich zum Large Cap eher lohnen. Die kleinen und mittleren Unternehmen können in der Regel höhere Gewinne für die Anleger verbuchen und zeichnen sich somit durch attraktive Kursentwicklungen aus. Doch trotzdem ist hierbei Vorsicht geboten: Da die wenigsten Unternehmen ein umfangreiches Eigenkapital mitbringen, ist das Insolvenzrisiko besonders hoch. Eine Investition in Micro Caps ist indes per ETF überhaupt nicht möglich, da sie sowohl für den Anleger als auch für den Unternehmer große Nachteile einbringen würde.

    Der MDAX als Index der Mid Caps

    Der MDAX spiegelt die wichtigsten deutschen Mid Caps wieder

    4. Fazit: Greifen Sie besser zu mittelständischen Unternehmen

    Die Begriffe „Large Cap“, „Mid Cap“ und „Small Cap“ beschreiben die Größe eines börsennotierten Unternehmens. Zu den Large Caps gehören dabei beispielsweise Konzerne wie Siemens, Daimler oder die Deutsche Bank. Solche Konzerne zeichnen sich zwar selten durch hohe Verluste aus, allerdings können Anleger dabei auch kaum von großen Gewinnen träumen, da solche Unternehmen in der Regel nicht mehr durch besondere Innovationen begeistern können. Anders sieht dies bei Mid Caps und Small Caps aus – allerdings ist eine Investition hierbei oft mit einem hohen Insolvenzrisiko der kleineren Unternehmen verbunden, die nur selten ein großes Eigenkapital mitbringen können. Trotzdem verzeichnen Mid-Cap-Unternehmen in der Regel die besten Kurse.Teasergrafik_Content_Sparplan_v1

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