Welche Rolle spielt für Anleger das ETF Währungsrisiko?

ETFs sind oft in Dollar oder Euro aufgelegt. Welche Rolle spielt die Währung und gibt es wirklich ein ETF Währungsrisiko? Einige ETFs bietet sogar eine Absicherung gegen Währungsrisiken an. Doch lohnen sich diese?

ETF Währungsrisiko
Auch ETFs bergen ein Währungsrisiko/ Bilderquelle: Worklike/shutterstock.com

Bei Anlagen außerhalb der Eurozone besteht grundsätzlich immer ein Währungsrisiko. Dies gilt für Aktien ebenso wie für ETFs und andere Anlagen. Anleger können sich aber mit gut geplanten, langfristigen Anlagen und einer geschickten Diversifikation gegen das ETF Währungsrisiko schützen.

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ETF Währungsrisiko bei Auslandsanlagen immer vorhanden

Icon InfoWurde ein ETF außerhalb der Eurozone aufgelegt, besteht immer ein Währungsrisiko. Gleiches gilt auch für Fonds, Aktien und andere Anlageformen. Vielen Anlegern sind im Sinne der Diversifikation aber dennoch internationale Fonds wichtig, denn diese bieten auch die Chance auf attraktive Renditen. Allerdings nutzten die höchsten Gewinne nichts, wenn sie durch einen schlechten Wechselkurs zunichtegemacht werden.

Ein einfacher Weg, um sich vor einem Währungsrisiko bei ETFs zu schützen, sind währungsgesicherte ETFs. Diese sind vor allem dann hilfreich, wenn der Euro gegenüber der Fremdwährung sehr stark ist. Steigt aber der ausländische Währungskurs, kann sich dies negativ auf die Mehr-Rendite auswirken.

Vor allem bei kurz- bis mittelfristigen Anlagen kann es sinnvoll sein, sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Kurzfristig werden solche Risiken nicht durch eine lange Haltedauer ausgeglichen. Längerfristig könnten steigende Währungskurse sogar ein Vorteil für den ETF sein.

ETF Währungsrisiko
Bei Auslandsanlagen ist auch ein ETF Währungsrisiko zu beachten/ Bilderquelle: G-Stock Studio/shutterstock.com

Hedge als Währungsabsicherung

Icon GlühbirneBei währungsgesichterten ETFs kommt der sogenannte Hedge als Währungsabsicherung hinzu. Dieser wird meist über Devisentermingeschäfte umgesetzt und Währungen an einem bestimmten Termin zu einem festen Kurs gegeneinander getauscht. Dies kann täglich oder monatlich erfolgen, was aber zu Ungenauigkeiten und damit zu Verlusten führen kann.

Der Wert des Devisentermingeschäfts ist dann genauso hoch wie der Vermögenswert des ETFs. Bei Währungsverlusten ergibt sich so ein Ausgleich über diese Absicherung. Es sind aber keine weiteren Währungsgewinne möglich. Dennoch erhalten Anleger über diese Absicherung etwa die Rendite des lokalen Aktienmarkts. Allerdings ist die Währungsabsicherung nie zu 100 Prozent sicher. Auch hier kann es zu Abweichungen und Schwankungen kommen.

Für die Währungsabsicherung entstehen Kosten, darunter die Preisspanne beim An- und Verkauf der beiden Währungen. Dazu kommen Transaktions- und Haltekosten. Die Haltekosten errechnen sich aus dem Zinsunterschied zwischen beiden Währungen. Ist der Euro-Zinssatz höher als der Zinssatz der Fremdwährung, so sind diese positiv.

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Absicherung nur bei großen Währungen sinnvoll

Icon FazitWichtig für diese Art der Währungsabsicherung sind liquide Derivate sowie attraktive Konditionen beim Handel mit ETFs. Oft entscheiden sich Anleger daher nur bei Leitwährungen für eine solche Absicherung. Bei Währungen aus Schwellenländer sind die Preisspannen und die Zinssätze oft zu hoch. Für Schwellenländer-ETFs gibt es aus diesem Grund in der Regel keine währungsgesicherten ETFs. Die Gesamtkostenquote ist bei währungsgesicherten ETFs oftmals etwas höher. Auch aus diesem Grund wird oftmals von währungsgesicherten ETFs abgeraten.

In Europa gibt es seit einigen Jahren währungsgesicherte ETFs für die großen Aktienmärkte und internationale Anleihen. Oftmals ist das Fondsvolumen aber etwas kleiner als bei anderen ETFs. Währungsgesicherte ETFs lassen sich meist an dem Zusatz „Hedge“ im Namen erkennen. Am Währungskürzel sehen Anleger, welche Währung abgesichert ist.

Damit sich Anleger einen Überblick über ihr persönliches Risiko machen können und sich im Zweifelsfall für einen währungsgesicherten ETF entscheiden, sollten sie prüfen, wie wichtig die Entwicklung der Fremdwährung für ihre Anlage ist. Auf jeden Fall sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass Währungen und die entsprechenden Wechselkurse bei einer Anlage stets eine Rolle spielen und Vor- und Nachteile haben können.

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Es sollte immer geprüft werden ob eine ETF Währungsabsicherung sinnvoll ist/ Bilderquelle: 22 TREE HOUSE/shutterstock.com

Währungsunterschiede auf verschiedenen Ebenen

Ein ETF Währungsrisiko besteht immer dann, wenn die Währung, in der Geld angelegt wird, im Vergleich zum Euro steigt oder fällt. Bei ETFs können Währungsunterschiede

  • beim zugrunde liegenden Index
  • beim ETF selbst und
  • beim Handel

entstehen.

Icon PC TradingDas Vermögen eines ETFs wird immer in der jeweiligen Fondswährung verwaltet. Auch Ausschüttungen oder offizielle Berichte werden in der Fondswährung durchgeführt. Die Bank rechnet dann beispielsweise Ausschüttungen in die Währung um, in der das eigene Depot geführt wird. In der Regel entspricht die Fondswährung des ETFs der Währung, in der auch der zugrunde liegende Index geführt wird. Die Indexwährung wiederum entspricht meist der Währung, in der die Aktien im Index gehandelt werden. Für Anleger spielt die Fondswährung im Alltag kaum eine Rolle.

Der ETF wird dann in einer bestimmten Handelswährung an der Börse gehandelt. Auf XETRA ist der Euro die übliche Handelswährung, aber beispielsweise an der Londoner Börse können ETFs auch in mehreren Währungen gehandelt werden. Auch ein ETF mit der Fondswährung Dollar wird über XETRA in Euro gehandelt. Eine Transaktion wird sofort in eine andere Währung umgerechnet, daher spielt die Handelswährung des ETFs oft keine große Rolle.

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Währung der Wertpapiere im Index

Icon TippBei der Einschätzung des ETF Währungsrisikos spielt dagegen eine große Rolle, in welcher Währung die Wertpapiere im Index, der dem ETF zugrunde liegt, gehandelt werden bzw. aus welchen Währungen der Index zusammengesetzt wurde. Sind im Index sehr viele Fremdwährungen enthalten, so hängt die Wertentwicklung des ETFs sehr stark von den jeweiligen Wechselkursen ab. Da oft US-Unternehmen vertreten sind, kann letztendlich bei vielen ETFs von einem Dollar-Risiko gesprochen werden. Anleger sollten also durchaus prüfen, wie sich die einzelnen Währungen im Index bzw. im ETF zusammensetzen. Ist eine Währung besonders stark vertreten, kann dies durchaus ein Risiko bergen. Sinkt diese Währung, können Verluste entstehen.

Aktien werden in der Regel in der Währung des Landes gehandelt, in dem das Unternehmen zuhause ist. Da viele Unternehmen aber international aufgestellt werden und weltweit gehandelt werden, entstehen auch auf diese Weise Währungsrisiken. Viele Unternehmen setzten aber bereits von sich aus Maßnahmen zur Minimierung von Währungsrisiken ein.

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Es sollte immer eine Prüfung der Währung der Wertpapiere geprüft werden/ Bilderquelle: Peshkova/shutterstock.com

Einflussfaktoren auf Wechselkurse

Icon StiftErfahrung mit Währungsschwankungen und Wechselkursen hat jeder, der schon einmal außerhalb der Eurozone im Urlaub war. Nationale Volkswirtschaften sind über Wechselkurse miteinander verbunden, mittlerweile sind aber viele Waren und Kapitalmärkte sehr eng verknüpft. So verkaufen viele Unternehmen ihre Produkte weltweit, wobei Wechselkurse ebenfalls eine Rolle spielen. Viele Faktoren wirken sich auf den Wechselkurs aus, darunter Angebot und Nachfrage.

Auch wie wirtschaftlich stark ein Land ist, spielt eine Rolle. Ein Land, dass viel exportiert, bekommt beispielsweise oftmals Probleme, wenn die Wechselkurse stark ansteigen. Zinsen im jeweiligen Land sind ein weiterer Faktor. Unternimmt eine Zentralbank Schritte hin zu einer sehr expansiven Geldpolitik, so wird auch auf diesem Weg der Wert einer Währung beeinflusst. Oft sinkt so der Wert einer Währung.

Allerdings ist der Welthandel so eng verflochten, dass Schwankungen bei Wechselkursen mehr und mehr ein Ärgernis sind. Daher versuchen einige Länder sogar, von staatlicher Seite aus Einfluss auf die Wechselkurse zu nehmen. Einige Schwellenländer geben auch Anleihen in Dollar aus, was aber ebenfalls ein Risiko ist.

Immer wieder wird bei Währungsrisiken auch nach

  • Transaktionsrisiko
  • Operationsrisiko und
  • Translationsrisiko

unterschieden. Ersteres betrifft Wechselkursschwankungen bei ausstehenden Forderungen. Das Operationsrisiko betrifft Wechselkursschwankungen bei ausstehenden Zahlungen und das Translationsrisiko bezieht sich auf Schwankungen beim Wechselkurs bei bestehenden Vermögenswerten.

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Wechselkurse nur schwer vorab zu bestimmen

Icon Social TradingGenerell ist es auch für Banken und Ökonomen nur schwer möglich, Wechselkurse und deren Entwicklung langfristig korrekt einzuschätzen. Halten Anleger amerikanische Aktien, und der Dollar entwickelt sich gegenüber dem Euro schwächer, so verlieren die amerikanischen Aktien umgerechnet in Euro einen Teil ihres Werts. Steigt der Dollar, so sind auch die Aktien wieder mehr wert. Dies ist aber nur schwer vorherzusehen.

Bei einem Index wie dem MCSI World, auf den es einige EFTs gibt, ist das ETF Währungsrisiko für Anleger aus der Eurozone durchaus hoch, denn nur zehn Prozent der Aktien im Index stammen von Börsen aus der Eurozone. Viele Aktien stammen auch hier aus dem US-Raum und werden in Dollar gehandelt.

Das ETF Währungsrisiko ist oft eng mit dem Kursrisiko verbunden, das bei jedem Finanzinstrument besteht, welches Kursschwankungen unterliegt. Das Kursrisiko kann das Währungsrisiko noch verstärken, vor allem, wenn ein Währungsverlust besteht. Steigen aber die Kurse, kann ein Währungsverlust so auch wieder ausgeglichen werden. Eine breite Streuung der eigenen Anlagen senkt in der Regel sowohl das Währungs- wie auch das Kursrisiko.

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Wechselkurse sind schwer vorab zu bestimmen/ Bilderquelle: Pushish Images/shutterstock.com

Währungsrisiko je nach Finanzinstrument stärker ausgeprägt

Icon StrategieJe nach Finanzinstrument wirkt sich das Währungsrisiko stärker oder schwächer aus. Bei Anleihen ist das Währungsrisiko beispielsweise höher als bei Aktien. So können sich aus Kurs- und Währungsrisiken beispielsweise bei US-Anleihen höhere Gefahren ergeben. Bei Einzelaktien in Fremdwährungen ist das Risiko darüber hinaus höher als bei einem ohnehin breit gestreuten ETF.

Allerdings besteht bei Aktien und ETFs die Chance, dass das Währungsrisiko auch Chancen mitbringt. Auch bei Dividendenausschüttungen können Wechselkurse von Vorteil sein. Bei ETFs werden Dividenden an einem festen Termin ausgeschüttet. Dabei wird der Wechselkurs zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt. Ist bei einem in Dollar notierten ETF zu diesem Zeitpunkt der Wechselkurs lukrativ, profitieren Anleger damit.

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Wechselkurse wirken sich auf Anlagestrategie aus

Icon CFD TradingJe nach Anlage wirken sich Währungen und Wechselkurse auch auf die Anlagestrategie aus. So kann es sein, dass chinesische Staatsanleihen zwar eine hohe Verzinsung, aber wenig Renditen versprechen. Anleger sollten sich sowohl ETFs wie auch andere Anlagen gut anschauen und prüfen, ob das Währungsrisiko die Renditechancen übersteigen könnte. Dies gilt insbesondere bei Anlagen in Schwellenländern. Eng hiermit ist auch der Anlagehorizont verbunden, denn bei kurzfristigen Anlagen können sich Schwankungen beim Wechselkurs stärker auswirken.

Wer ein ETF Währungsrisiko ganz vermeiden möchte, sollte nur im Euroraum investieren. Dies ist aber ein Nachteil mit Blick auf die Diversifikation des eigenen Depots und verwehrt Renditechancen. Auch wer sehr diversifiziert und langfristig anlegt, senkt sein ETF Währungsrisiko. Wer beispielsweise in den MSCI World investiert, holt sich ohnehin mehrere Währungen ins Depot, obwohl dieser Index einen starken Schwerpunkt auf den Dollar legt. Da aber viele große Unternehmen in diesem Index vertreten sind, ist eine gute Diversifikation mit Blick auf die einzelnen Währungen bereits gegeben.

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Man sollte auch bei der Anlagestrategie die Wechselkurse im Auge haben/ Bilderquelle: G-Stock Studio/shutterstock.com

Wechselkurse als Chance

Icon KryptoWechselkurse sind aber auch eine Chance, beispielsweise wenn der Dollar steigt. In diesem Fall gewinnen Anlagen in Dollar an Wert. Allerdings ist die Chance, mit Wechselkursen die Rendite zu steigern, genauso groß, wie auf gleichem Weg Geld zu verlieren. Eigentlich lässt sich mit Wechselkursen kein Gewinn erwirtschaften und Anleger sollten nicht auf diese Option spekulieren.

Anleger können ihr ETF Währungsrisiko aber auf jeden Fall senken, wenn sie in verschiedene Märkte und Anlageklassen investieren. Auch wer mehr europäische Anlagen ins Depot aufnimmt, senkt das Risiko. Ein Beispiel wäre hier ein ETF auf den Euro Stoxx 600. Wer geschickt investiert, benötigt daher keine währungsgesicherten ETFs.

Eine Währung wird bei ETFs übrigens immer benötigt, um die Aktien zusammenzufassen, ihren Wert zu berechnen und einen Kurs zu errechnen. Oft sind die gängigsten ETFs in Euro oder Dollar. Die Fondswährung ist in der Regel im Factsheet zum ETF zu finden. Diese ist übrigens nicht an das Land gebunden, in dem der ETF aufgelegt wurde. Auch ein ETF, der beispielsweise in Irland aufgelegt wurde, kann den Dollar als Fondswährung nutzen.

In der Praxis spielt das ETF Währungsrisiko kaum eine Rolle, insbesondere bei Privatanlegern, die eine überschaubare Summe investieren. Anleger, die einen ETF in Dollar handeln, bekommen zudem Gelder in der Regel in Euros ausbezahlt.

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Renditestarke Unternehmen aus dem Ausland

Icon Mobile TradingMeist beginnen Anleger mit Anlagen in Aktien und ETFs aus Deutschland, kommen aber im Laufe der Zeit nicht um ausländische Anlagen herum. Aus den USA kommen so interessante und renditestarke Unternehmen wie Apple oder Microsoft. Zudem sind viele US-Unternehmen sehr dividendenstark. In den USA werden Dividenden sogar üblicherweise jedes Vierteljahr ausgezahlt. Über ausschüttende ETFs lässt sich so eine regelmäßige Einkommensquelle anzapfen.

Zudem ha der Erfolg einer Aktie oder eines Indexes nichts mit Währungen zu tun. Eine Aktie ist stark oder schwach, unabhängig von der Währung, in der sie gehandelt wird. Allerdings sind viele ETFs stark von einer bestimmen Währung dominiert, was durchaus ein Risiko sein kann. Entwickelt sich diese Währung oder die mit ihr verbundene Volkswirtschaft schwach, kann dies Auswirkungen auf den ganzen ETF haben. Risiken bei einzelnen Aktien sind dabei eng mit Risiken bei Währungen bzw. Währungsschwankungen verbunden.

ETF Währungsrisiko
Im Ausland findet man reditestarke Unternehmen/ Bilderquelle: Pushish Images/shutterstock.com

Fazit: ETF Währungsrisiko spielt in der Praxis kaum eine Rolle

Icon Blatt StiftAnleger haben oftmals Sorgen, dass ein ETF Währungsrisiko eintritt, wenn sie im Ausland investieren. Vor allem bei Privatanlegern ist dies aber in der Regel unbegründet. Währungen und Wechselkurse spielen zwar eine Rolle, doch vor allem bei langfristigen Anlagen gleichen sich kurzfristige Schwankungen in der Regel wieder aus.

Darüber hinaus können Anleger selbst ihr Risiko verringern, wenn sie sehr diversifiziert, also in Anlagen verschiedener Branchen und Märkte, investieren. Ein währungsgesicherter ETF lohnt sich meist – auch aufgrund der höheren Kosten – nicht.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com
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